Progressive Muskelentspannung nach Dr. E. Jacobson

„Entspannung ist ein wesentlicher Bestandteil von Kraft“

(George Leonard, Schriftsteller)

 

Die Progressive Muskelentspannung (PM) ist eines der am meisten entwickelten und erforschten Entspannungsverfahren der westlichen Welt, welches von der fühlbaren Spannung und Entspannung der Willkürmuskulatur ausgeht.

Diese beruht auf der Erkenntnis, dass durch starkes Anspannen und bewusstes Entspannen von Muskelgruppen eine tiefe körperliche Entspannung erzielt werden kann. Außerdem wird speziell Wert darauf gelegt, nicht nur die Veränderung der Muskelzustände genau wahrzunehmen und somit ein besseres Selbstverständnis zu entwickeln, sondern im Besonderen den Muskelspannungen, die mit Angst einhergehen, vermehrt Aufmerksamkeit zu schenken.

So kann die durch das Training neu erlernte Sensibilisierung erreichen, dass die Empfindungen allmählich zu Hinweisreizen werden und im Weiteren mit Entspannung gegen jede Art von Unbehagen eingesetzt werden. Dies kann als Frühwarnsystem bezeichnet werden, denn in der Muskulatur zeigt sich die innere Anspannung eher und deutlicher, als sie ins Bewusstsein gelangt.

Viele Untersuchungen führen zu der Schlussfolgerung, dass psychische Spannungen immer von Muskelkontraktionen begleitet sind und dass sich umgekehrt die Entspannung der Muskeln gleichzeitig positiv auf das Körpergefühl und das Seelenleben auswirkt.

Die Übungsfolge ist so aufgebaut, dass der/die Übende lernt fortschreitend einzelne Muskelgruppen wahrzunehmen, dann für kurze Zeit fest anzuspannen, um sie dann loszulassen. Im Kurs wird darauf geachtet, dass sich die Teilnehmer einen Überblick über mögliche Muskelübungen verschaffen, um diese zukünftig nach individuellem Bedarf einsetzen zu können.         

PM ist schnell und einfach zu erlernen und praktisch überall anwendbar – allerdings unter der Voraussetzung, dass die Entspannungsfähigkeit durch regelmäßiges Üben fest im Körper verankert ist.

Besonders geeignet ist diese Entspannungstechnik für Menschen mit Schlafproblemen (Ein-, Durchschlafstörung), bei Kopfschmerzen (Spannungskopfschmerz, Migräne), chronischen Rückenschmerzen (Nackenverspannungen), Kreislauf- und Blutdruckbeschwerden, bei innerer Unruhe, Nervosität, als Burn-out-Prophylaxe, bei bestimmten Ängsten (Prüfungsangst, Flugangst, etc.), auch lassen sich bei Stressreaktionen sehr gute Erfolge erzielen.

Abzuraten von der Entspannungstechnik ist bei Herzinsuffizienz, bei akutem Muskelrheuma und akutem Hexenschuss sowie bestimmten Neuroseformen.