Psychotherapie

 

"Man muss jedem Hindernis Geduld, Beharrlichkeit und eine sanfte Stimme entgegenstellen."

 

(Th. Jefferson, 3. Präsident d. Vereinigten Staaten)

 

 

Was ist Psychotherapie?
 

Psychotherapie (griechisch psyche: Atem, Hauch, Seele und therapeúein: pflegen, sorgen)

ist ein Sammelbegriff für alle Formen psychologischer Verfahren, die ohne Einsatz von
Medikamente auf die Behandlung psychischer und
psychosomatischer Leidenszustände oder Verhaltensstörungen abzielen, das heißt das Wohlbefinden individuell zu verbessern.

 

 

Wann ist Psychotherapie sinnvoll?
 

Hilfreich kann eine psychotherapeutische Behandlung dann sein, wenn seelische Leidenszustände und Probleme allein oder mit der Hilfe von Familie bzw. Freunden nicht mehr zu bewältigen scheinen.

Natürlich kann Psychotherapie auch ohne psychischen Leidensdruck zu ihrer Persönlichkeitsentwicklung und Selbsterfahrung beitragen.

 

Wichtigste Voraussetzung ist, der Wunsch und die Bereitschaft etwas zu verändern und sich mit den Gefühlen sowie dem Verhalten zu beschäftigen. 

Psychotherapie kann in jedem Lebensalter hilfreich sein.

 

Gründe eine PsychotherapeutIn aufzusuchen:

  • *) Sie haben Schmerzen, Schlafstörungen, Schwindel, Herzrhythmusstörungen oder andere körperliche Beschwerden und der Arzt kann keine körperliche Ursache feststellen.

  • *) Seit längerer Zeit halten Sie sich nur noch mit Aufputsch-, Beruhigungs- oder Schlafmitteln (Psychopharmaka) aufrecht.

  • *) Ohne ersichtlichen Grund bekommen Sie rasend Herzklopfen und Angst, dass Sie sterben müssen.

  • *) Sie haben Ängste, die Sie belasten oder einschränken: z. B. vor dem Kontakt mit Ihren Mitmenschen, vor Autoritäten, vor großen Plätzen, vor engen Räumen, vor Prüfungen.

  • *) Es plagen Sie oft Gedanken, über die Sie mit niemandem zu sprechen wage (Scham- und Schuldgefühle, Hassgefühle, etc).

  • *) Sie fühlen sich antriebs- und lustlos, erschöpft oder ständig überfordert und habe keine Freude am Leben.

  • *) Sie befinden sich in einer belastenden Umbruchsituation (z. B. schwere Krankheit, Tod, Scheidung, Trennung etc), die schwer zu bewältigen ist.

  • *) Sie denken manchmal an Selbstmord und/oder Ihr Leidensdruck ist sehr groß.

  • *) Sie leben in einer Beziehung, die Sie sehr belastet.

  • *) Sie fühlen sich innerlich gezwungen, ständig dasselbe zu denken oder zu tun (z. B. zwanghaftes Waschen, Zusperren, Grübeln u.ä.), obwohl dies das Leben sehr einengt.

  • *) Sie kommen mit Ihrer Sexualität nicht zurecht.

  • *) Sie haben Angst vor Entscheidungen.

(Quelle: ÖBVP, http://www.psychotherapie.at [4.9.14])

 

 

Wie gestaltet sich das Setting?

 

Im Zuge der Kontaktaufnahme wird ein Termin zum Erstgespräch vereinbart.

Das Erstgespräch dient vor allem dem gegenseitigen Kennen lernen. Ebenso werden grob umfassend die Beweggründe bzw. der Therapieanlass, Möglichkeiten therapeutischer Maßnahmen und die angewandten Techniken besprochen.

 

Zur Klärung aller offenen Fragen zum Ablauf der Therapie und der Rahmenbedingungen, wie z.B. Termine, Honorar und Zahlungsmodus, soll sich ausreichend Zeit genommen werden. 

 

Das Erstgespräch ist unverbindlich, das heißt, es wird nach dem Gespräch entschieden, ob eine weiterführende Therapie eingegangen wird. Eine Psychotherapie basiert immer auf Freiwilligkeit!

 

In der Regel finden psychotherapeutische Sitzungen einmal wöchentlich statt. In Ausnahmefällen kann die Frequenz individuell geregelt werden.

Regelmäßigkeit der Psychotherapieeinheiten ergeben günstige Bedingungen für den Therapieprozess.

Die Länge des Psychotherapieprozesses richtet sich ganz nach der Problemsituation und kann sich so zwischen einigen Sitzungen bis hin zu einem längeren Zeitraum bewegen.

 

Den Therapieabschluss sollte auf jeden Fall zwischen TherapeutIn und PatientIn besprochen werden.

 

 

Leistung der Krankenkassen zur Psychotherapie

 

Bei vorliegen einer krankheitswertigen Störung (Diagnose nach ICD 10) haben PatientInnen die Möglichkeit, Kassenleistungen für Psychotherapie in Anspruch zu nehmen. Die Kassen erstatten in diesen Fällen einen Teil des an PsychotherapeutInnen bezahlten Honorars. Die Kassen sind jedenfalls verpflichtet, die Behandlungseinheit mit zumindest € 21,80 zu bezuschussen.

 

(Quelle: ÖBVP; http://www.psychotherapie.at/patientinnen/finanzierung [4.9.14])